Erfolgreiche Fahndung nach Kirchenraub

Gestohlene Bilder aus Nordböhmen in Polen sicher gestellt.

 

Groß war das Entsetzen, als zwischen Weihnachten und Silvester vergangenen Jahres die alte „Kirche des heiligen Jodokus“ im nordböhmischen Berzdorf ausgeraubt wurde. Inzwischen sind die 14 Bilder, die die einzelnen Stationen des Kreuzwegs darstellen, wieder da. Nach fast zweimonatiger Fahndung wurden sie von der Polizei in Polen sichergestellt. Die ermittelnden Beamten fanden die wertvollen Gemälde in der Nähe der Grenze.

 

Der Wert der Bilder auf dem Schwarzmarkt wird mit minimal 350.000,- Kronen (14.000,- Euro) beziffert. „Die Bilder stammen aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Der Maler ist unbekannt. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Werk aus der Zeit des Klassizismus. Der kulturelle und historische Wert ist unschätzbar“, sagt Ivo Haban vom „Nationalen Instituts für Denkmalpflege“ in Reichenberg. Wer den Diebstahl verübt hat und wo das Diebesgut gefunden wurde, dazu wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskunft geben.

 

Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Die Ermittlungen werden intensiv weiter geführt und ähnliche Fälle überprüft. Bei der Fahndung beteiligt sich auch die Kriminalpolizei aus Gablonz an der Neise und Semil. Die Reichenberger Polizei, die mit den polnischen Kollegen im nahen Bogatynia eng zusammenarbeitet, übergab inzwischen die gestohlenen Gemälde dem Vertreter der römisch-katholischen Kirche in Friedland, Pfarrer Vit Audy. Immer noch verschwunden sind allerdings die handgeschnitzten und vergoldeten Bilderrahmen. Bis die Bilder wieder in der Kirche zu sehen werden, wird wohl sicher noch viel Zeit vergehen. Die Berzdorfer Kirche, die im Jahre 1346 erbaut wurde, muss vorher noch wirksam gegen Diebstahl gesichert werden.

Stanislav Beran (25.2.2012)

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