Friedland in Böhmen ist eine Stadt an der Wittig mit 7536 Einwohnern (1. Januar 2017).

 

Geschichte - Die Gegend um Friedland war Teil des Besitzes der Bischöfe von Meißen um die Stadt Seidenberg. 1278 wurde die Herrschaft Seidenberg nach Friedland verlegt und bis 1551 gehörten Schloss und Herrschaft den Herren von Bieberstein, dann war die Region bis 1620 im Besitz der Herren von Redern. Diesen wurde die Herrschaft im Zuge der katholischen Gegenreformation Böhmens entzogen. Albrecht von Wallenstein erhielt sie von Kaiser Ferdinand II. 1620 zunächst als Pfand und kaufte sie 1622 endgültig vom kaiserlichen Fiskus. Bezahlt wurde die Herrschaft mit der sogenannten langen Münze, dem Inflationsgeld der Jahre 1621/22. 1623 wurde ihm dann der Titel eines Herzogs von Friedland verliehen. Damit erfolgte auch die Trennung der Standesherrschaft Friedland-Seidenberg. Bis dahin zum Kronland Böhmen Österreich-Ungarns gehörig, fiel die Stadt nach dem Ersten Welt- krieg 1919 bei deutscher Bevölkerungsmehrheit an die neu gegründete Tschechoslowakei. Die Stadt Friedland hatte am 1. Dezember 1930 6.314 Einwohner; am 17. Mai 1939 waren es 5.829. 1945 wurden die deutschböhmischen Bewohner enteignet und größtenteils vertrie- ben. Durch den Zuzug von Tschechen sank die Einwohnerzahl nach der Vertreibung nur wenig; am 22. Mai 1947 hatte die Stadt 4.308 Bewohner.

 

Burg und Schloss Friedland - Die Burg Friedland entstand wahrscheinlich Mitte des 13. Jahrhunderts. Zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern, denen die Burg gehörte, zählten neben Waldstein (Wallenstein) die Herren von Dubá, Bieberstein und Redern. Im ältesten mitteleuropäischen Burgmuseum sind Möbel, Glas, Porzellan und insbesondere Waffen von der Hussitenzeit bis zum 19. Jahrhundert ausgestellt.

 

Kirche der Kreuzfindung - Die frühere Dekanatskirche wurde in den Jahren 1549-1551 von den Herren von Bieberstein erbaut. Rechts des Altars stehen drei große Epithapien für Hieronymus Freiherr von Bieberstein (†1549), Johann Freiherr von Bieberstein († 1550) und Christoph von Bieberstein († 1566). In deren Kapelle befindet sich die Gruft der Familie von Redern aus dem Jahr 1566. Zwischen 1605 und 1610 schuf der Breslauer Bildhauer Gerhard Heinrich das Redernsche Mausoleum. Katharina von Redern ließ damit ihrem verstorbenen Mann Melchior von Redern für 37.000 Taler ein monumentales Denkmal aus Marmor, Ala- baster und Bronze errichten.

 

Rathaus - Das Rathaus in Friedland wurde in den Jahren 1893-1896 im Stile der Neorenaissance vom Wiener Architekten Franz Neumann erbaut. Im zweiten Stock befindet sich ein Stadtmuseum.

 

Weihnachtskrippe Bethlehem - Die Friedländer Weihnachtskrippe wurde von Gustav Simon (1873-1953) in 60-jähriger Bauzeit geschaffen. Das kleine Fachwerkhaus ist gleich-zeitig eines der ältesten Bauwerke von Friedland.

 

Weitere Sehenswürdigkeiten:

 

Kirche der Heiligen Maria Magdalena (orthodox)

Pestsäule (erbaut im Jahre 1899)

Aussichtsturm auf dem Resselberg

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