Generalversammlung der ersten Oberwittigtaler Feuerwehr.

Die erste Oberwittigthaler Feuerwehr beschloß mit dem 6. Dezember 1874 ihr erstes Vereinsjahr und hielt an diesem Tage die II. Generalversammlung im Gasthaus „zur Eiche" in Mildeneichen ab. Versammelt hatten sich 68 Feuerwehrmänner und 6 Comitémitglieder. Den Vorsitz führte Herr Gustav Richter, Obmann der Feuerwehr. Um 4 Uhr eröffnete er mit einer  Ansprache die Versammlung. Hierauf verlas der Schriftführer Herr Ferdinand Knirsch das Protokoll der I. Generalversammlung, und nachdem es vollinhaltlich genehmigt worden war, erstattete der Herr Vorsitzende den Jahresbericht, welchem wir Folgendes entnehmen: Sämmtliche Mannschaften sind vollständig uniformirt und ausgerüstet, und zwar außer dem Kommando 16 als Steiger, 53 als Löschmänner und 4 als Signalisten. Die Bildung einer dritten Abteilung (Schutzmannschaft) ist für diesel Jahr in Aussicht genommen, hierzu wird der Beitritt der einflußreichsten Persönlichkeiten unserer Ortschaft erwartet. Die administrative Leitung des Verei- nes unterliegt einem Neuner-Comite, bestehend aus je 3 Mitgliedern von Raspenau, Mildenau und Mildeneichen, welche nicht als aktive Feuerwehr-Mitglieder gezählt werden.

Das stundenlange Oberwittigtal läßt für den praktischen Erfolg und das raschere Eintreffen der Feuerwehr am Brandplatze die Errichtung eines Feuertelegraphen als unbedingt notwendig erscheinen. Diese Idee wurde eifrig verfolgt und eine Subskription eingeleitet, welche bis dato die Kosten für drei bis vier Apparate und einen weiteren Betrag von 123 fl. ergab. Der Umstand, daß das k. k. Handelsmi- nisterium die Benützung der ärarischen Telegraphenstangen hierzu gestattet und man von einer fortgesetzten Subskription noch einen verhältnißmäßig größeren Geldbeitrag erwarten kann, läßt dies Unternehmen als gesichert erscheinen. Sehr wünschenswert wäre, daß sich unsere Nachbarfeuer- wehren demselben anschließen möchten. Schließlich erwähnt der Bericht dankbarst der vorzügli chen  Geschenke, welche der Verein während des verflossenen Jahres erhalten hat, worunter der fünfzöllige Hydrophor vom Kommandanten Herrn Josef Wildner den ersten Rang einnimmt. Die Versammlung nahm den Bericht zur wohlgefälligen Kenntniß.

                                                                                

Wiener Feuerwehrzeitung, 1. Februar 1875

 

 

 

 

Free Website Translator
free counters