Neustadt an der Tafelfichte ist eine Stadt mit 3753 Einwohnern (2017) und liegt in 465 m ü.M. nördlich des Isergebirges am Fuß der Tafelfichte (1124 m).

 

Melchior von Redern gründete den Ort Böhmisch-Neustadt im Jahr 1584 als Bergstadt für jene sächsischen Bergarbeiter, die in den umliegenden Bergen Kupfer, Eisen und Zinn abbauten. Bereits 1592 verlieh er ihr Stadtrecht und Neustadt erhielt sein Stadtwappen wie auch andere Privilegien wie das Schürfrecht oder das Recht zur Abhaltung eines wöchentlichen Marktes. Der quadratische Marktplatz und die regelmäßig angelegten Straßen erinnern noch an diese Zeit und weisen Ähnlichkeiten zur sächsisch-erzgebirgischen Bergstadt Marienberg auf. Die Stadt "Böhmisch Newstatt" lebte lange Zeit vom Zinnbergbau. Sowohl Gefäße für das Schloss Frýdlant als auch Särge der dort ansässigen Adelsfamilie wurden aus Neustädter Zinn hergestellt.

Die Erzförderung wurde Mitte des 17. Jahrhunderts eingestellt, danach lag der Schwerpunkt der Industrie sowohl in der Holzindustrie als auch auf der Herstellung von Textilerzeugnissen (Leinen und Baumwolle). Des Weiteren wurden Porzellan, Spielzeug und Metallerzeugnisse produziert. 1830 ersetzten Maschinen die Hand- arbeit in der Textilherstellung bei Ignatz Klinger, dessen Nachfolgeunternehmen die Firma "Textilana" war. Das Klingermausoleum zeugt von dieser Epoche. Weitere Teile der Bevölkerung verdienten ihren Lebensunterhalt in der Herstellung von be- malten Hausnummern aus Porzellan.

Bis zum Zweiten Weltkrieg bildeten Angehörige der deutschen Volksgruppe die Mehrheit in der Stadt (1930: 95,8%). In den Jahren 1945 und 1946 wurden sie größ- tenteils vertrieben, einige Familien sind freiwillig in die sowjetische Zone Deutsch- lands übergesiedelt.

 

Zu Neustadt an der Tafelfichte gehören die Ortschaften Hegewald, Lusdorf und Überschar.

 

Sehenswürdigkeiten

Kirche der Heiligen Peter und Paul aus dem Jahr 1346 mit einem gotischen Presbyterium im Ortsteil Lusdorf a.d. Tafelfichte

 

Denkmal des Naturwissenschaftlers Gottfried Menzel im Park hinter der Kirche.

Mausoleum der Unternehmerfamilie (Klinger Gebäudeeinweihung 9. und 10. Juli 1901).

 

Sauerbrunnen südlich des Ortes am Hang des Kupferberges, 777 m.

Eine Kalziumbrikarbonatquelle mit reichhaltigen Teilen von Eisen und Kohlensäure. Es ist auch ein kleiner Anteil an radioaktiven Materialien enthalten. Ausgangspunkt zu Wanderungen auf die Tafelfichte, 1124 m.

 

Die Villa Klinger ist ein schlossartiges Bauwerk, dass 1891 für Ottomar Ignaz Klinger von Klingerstorff erbaut wurde.

Sie ist heute wieder im Privatbesitz und wurde restauriert.

 

Söhne und Töchter der Stadt

 

Gottfried Menzel (1798–1879), Priester und Naturwissenschaftler

Anton Pohl (1870–1939), Gründer des örtlichen Konsum-Vereins, später führender Konsumgenossenschafter Österreichs

Alfred Baeumler (1887–1968), Nationalsozialist, Philosoph und Pädagoge

Hermann Michel (1888–1965), Mineraloge und Edelsteinspezialist

Oskar Ignaz Wilhelm Ottomar Klinger, Inhaber der Firma Ignaz Klinger bis 1934

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