Nieder Ullersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Bullendorf. Er liegt elf Kilometer nordöstlich von Friedland bzw. sieben Kilometer östlich von Seidenberg an der polnischen Grenze.

 

Geographie

 

Nieder Ullersdorf erstreckt sich ab Oberlauf des Ullersdorfer Baches in einem nach Polen hineinragenden Zipfel im Isergebirgsvorland. Östlich erheben sich der Wachberg - 422 m und Weberkoppe - 435 m, im Südosten der Schindelbrand - 492 m, südlich der Steinberg - 443 m.

 

Geschichte

 

Die erste Erwähnung der Kirche der hl. Martin erfolgte 1346 in den Schriften des Bistums Meißen. Besitzer des zur Herrschaft Friedland gehörigen Lehngutes Blrigsdorf waren nacheinander die Herren von Schlanoth, Nicklasdorf und Halbendorf. Ihnen folgten die Ritter von Eberhard, die das Gut bis zum Dreißigjährigen Krieg hielten. Ihnen folgen die Geschlechter von Tschirnhausen, Kyaw und Max von Maxen, die als Raubritter die umliegenden Ortschaften verheerten. Das Dorf, das zu dieser Zeit als Ullersdorf bezeichnet wurde erhielt später zur Unterscheidung von dem zur selben Herrschaften gehörigen Buschullersdorf den Zusatz Nieder Ullersdorf. Nach der Verpfändung der Oberlausitz an Sachsen, war Nieder Ullersdorf im Osten, Norden und Westen von kursächsischem Gebiet umgeben. Später - nach der Teilung der Oberlausitz - lag das Dorf ab 1815 am der österreichisch-preußischen Grenze.

 

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften entstand 1850 die politische Gemeinde Nieder Ullersdorf im Bezirk Friedland. Zwischen 1895 und 1898 wurde die Straßen vom Bullendorfer Gut nach Nieder Ullersdorf gebaut. 1919 entstand der tschechische Name Dolní Oldřiš. 1930 lebten in Nieder Ullersdorf 233 Menschen. Nach dem Münchner Abkommen wurde der Ort im Oktober 1938 dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Friedland. 1939 hatte die Gemeinde 216 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Vertreibung der deutschen Bevölkerung. 1946 wurde Nieder Ullersdorf nach Bullendorf einge-meindet und kam mit Beginn des Jahres 1961 zum Kreis Reichenberg. Durch die abgeschnitte Lage im Grenzzipfel wurde Nieder Ullersdorf in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark entsiedelt. 1991 hatte der Ort 29 Einwohner. Im Jahre 2001 bestand das Dorf aus 14 Häusern, in denen 24 Menschen lebten.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Kirche des hl. Martin, mit Grablege des Ritters Abraham von Eberhard

 

Sühnekreuz, am nördlichen Friedhofstor, seit 1346 nachweisbar

Free Website Translator
free counters